Neues beim Tages-Anzeiger | 30.03.04

Einen kritischen Kommentar zu den Neuerungen beim Tages-Anzeiger bietet der Medienspiegel. Die Kritik ist aber mit Vorsicht zu geniessen, da Medienspiegler Martin Hitz Redaktionsleiter von «NZZ Online» war. Die NZZ erscheint seit über 100 Jahren in unveränderter Form. Was besser ist, muss jeder selber wissen. Ich gebe nur die Infos weiter.

medienspiegel.ch: «Tages-Anzeiger» umgebaut

Eintrag überarbeitet: 31.3.2004


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Kommentare
«There's nothing more surprising and enjoyable than getting a comment on your blog.»

Berichtigung: Redaktionsleiter von «NZZ Online» ist der Martin Hitz schon lange nicht mehr.

Kommentar von: Martin Hitz at 31.03.04 8:33

Wenn es heutzutage in der Schweiz noch Leute gibt, die - mal abgesehen von politischen Argumentationen - wirklich behaupten, der Tagi sei qualitativ in irgendeiner Weise mit der NZZ vergleichbar, dann sollten diese wohl schnellstens zurueck in die Primarschule geschickt werden, um ganz von vorne das Lesen zu lernen.

Kommentar von: J at 1.04.04 0:04

J, du machst es dir etwas zu leicht mit deiner elitären und provokativen Argumentation. Die beiden Produkte NZZ und TA sprechen verschiedene Lesermärkte an und sind dementsprechend auf diese ausgerichtet. Qualität bedeutet dabei nicht die Fähigkeit, eine möglichst grosse Anzahl Fremdwörter in ein Layout gemacht für unsere Vorahnen zu verpacken, sondern sein Zielpublikum anzusprechen und wichtige Inhalte vollständig, objektiv, aktuell und auch anregend zu vermitteln. Nur so kann eine Zeitung einen sinnvollen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten und zugleich für die Leser attraktiv und spannend sein. Qualität ist nicht gleich Qualität.

Kommentar von: T at 1.04.04 11:00

Könnte mal jemand das Wort "objektiv" aus dem Medienvokabular streichen?

Merci

Kommentar von: Leser at 1.04.04 20:21

Wieso? Wenn Objektivität schon nicht vorhanden ist, dann ist sie zumindest wünschenswert. Insofern sollte sie schon weiterhin im Medienvokabular verbleiben.

Kommentar von: T at 1.04.04 23:57

In den Medien wird Information zwangsläufig verarbeitet, reduziert, geändert. Die Information des behandelten Gegenstandes ist kaum unabhängig vom Beobachter. Das Schlagwort Objektivität ist insofern ein Absurdum, als dass es niemals Information ohne den Beobachter geben kann.

Wenn es diese "wünschenswerte Objektivität" in deinen Augen wirklich gibt, dann musst Du sie hier unbedingt mal definieren (oder postulieren?).

Subjektivität ist übrigens a priori nichts schlechtes...

Kommentar von: Leser at 2.04.04 0:19

Es ist schon spät, du denkst zuviel.

Aber ich will dir meine Meinung nicht vorenthalten:

Stimmt. Bei der journalistischen Bearbeitung von Informationen (kurz, und um ein cooles Wort zu gebrauchen: bei der Komplexitätsreduktion) kann die Information von ihrer ursprünglichen Aussage/Stossrichtung abweichen. Der Beobachter, sprich Journalist, soll keineswegs nur objektiv berichten. Dies macht ihn austauschbar. Aber bei gewissen Kategorien von Nachrichten ist Objektivität ein absolutes Muss. Allgemein bin ich der Meinung, dass subjektive und objektive Berichterstattung getrennt und ausgewiesen werden sollte, eine Art Deklarationspflicht für Massenmedien.

Das ist eine doofe und utopische Idee, ich weiss, aber ich kann hier ja deinem Kommentieren nicht tatenlos zusehen.

"Wünschenswerte Objektivität" sei deshalb hier an dieser Stelle wie folgt definiert: Journalisitsche Berichterstattung in Massenmedien über Geschehnisse, die von allgemeinem öffentlichen Interesse sind. Dabei erfolgt die Berichterstattung (und folglich auch die Verwertung von Information) frei von jeglichen persönlichen, politischen, wirtschaftlichen oder sonstigen Interessen und dient einzig und allein der Information.

Diese "wünschenswerte Objektivität" ist logischerweise eine normative Forderung. Subjektivität soll damit nicht aus dem Blätterwald vertrieben, sondern im Gegenteil in ihrer Stellung gestärkt werden, da sie die eigentliche Basis für interessante Artikel und tatsächlich a priori nichts schlechtes ist.

Information, da hast du Recht, ist selten unabhängig vom Beobachter. Wenn wir noch eine Stufe zurück gehen, ist aber auch die Selektion der zu beobachtenden Ereignisse nicht zu 100% objektiv. Was sagt uns das? Eine Zeitung kann nicht anders, als subjektiv zu handeln. Bedeutet das nun, dass Objektivität ein Absurdum ist? Nein! Ich wage nämlich zu behaupten, dass es durchaus möglich ist, objektiv zu berichten. Nur kann man so alleine keine interessante Zeitung erstellen.

Es artet aus, ich bin müde, fertig für heute.

Kommentar von: T at 2.04.04 0:53
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