Body Proxy: Expo.02 reloaded | 8.05.04

Body Proxy

Mit einem Pulsmesser um den Brustkorb renne ich in einem weissen Raum umher. Mein Puls wird auf einen gigantischen Boxenturm übertragen, und je näher ich den Boxen komme, umso lauter dröhnt mein Herzschlag aus denselben. Wie ein Kind renne ich im Raum umher und stelle dann befriedigt fest: Aus dem gemütlichen Schlagen des Herzes wurde ein hastiges Pochen. Ich gehe nochmals auf die Boxen zu, stehe ganz dicht vor ihnen - man hört mich garantiert im ganzen Haus.

Auch eine weitere Installation ist nicht ohne. Ein runder Hocker lädt im oberen Stock zum Verweilen ein. Sitzt der geneigte Besucher erst einmal bequem, lässt er seinen Blick schweifen und lernt an der Wand gegenüber die Beschaffenheit seines Sitzes kennen: Das pheromongeschwängerte Polster gäbe den in sich gespeicherten Lockstoff an den darauf Sitzenden ab, worauf man "während Wochen" eine anziehende Note verströme. Ich finds genial. Denn welcher Museumsbesucher schlägt schon eine bequeme Sitzmöglichkeit aus, vor allem wenn sie die einzige in der ganzen Ausstellung ist? Niemand. Und alle sitzen zuerst ab, bevor sie den Text an der Wand lesen. Genial.

Hätte man für die Ausstellung zwei Stunden lang anstehen müssen, ich hätte mich glatt an der Expo.02 gewähnt.

Update / 21.05.2004
Guter Text und ein Bild der "Herz-Kammer" bei likeyou.com


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