Dov Charney schiebt eine Nummer für faire Arbeit | 24.07.05

Dov Charney talking with GWB

«Wir sind jung, wir haben Spass, wir feiern, wir ficken und wir machen Geld, auf sozial verantwortliche Weise. Das ist cool.»
Dov Charney im Sonntagsblick vom 5.6.2005.


Dov Charney ist der Chef von American Apparel. American Apparel produziert sweatshop free. Sweatshop free heisst: Statt in Billiglohnländern Arbeitnehmer auszubeuten wird in den USA selbst produziert, mit fairen Löhnen und vielen weiteren Vorteilen für die Arbeitnehmer. Charney nennt das "sozialistischen Kapitalismus".

Die Arbeitnehmer können also zufrieden sein. Die Arbeitnehmerinnen dagegen weniger. Wenigstens diejenigen, die sich nicht als blosse Sexobjekte sehen, denn Charney pflegt einen sehr offenen Umgang mit seinen Trieben. Sein eigener Hintern ziert die American-Apparel-Plakate, Models werden aus Porno-Filmen rekrutiert ("look her up on Google") und im Gespräch mit der Journalistin Claudine Ko sprach Charney masturbierend über sein Geschäftsmodell. So erstaunt es kaum, dass bei American Apparel der beste Weg ins Kader über oder unter Charney durch führt.

Gegen das lustvolle Schneiderlein und seine Kleiderfirma sind inzwischen zwei Klagen wegen sexueller Belästigung eingereicht worden. Eine Mitarbeiterin mochte nicht mehr länger Gespielinnen für Charney organisieren, während eine andere genug davon hatte, dem Chef immer beim Verlieren seiner Hosen zuzuschauen. An verschiedenen Stellen ist zudem von einer Vergewaltigung im Umfeld von American Apparel zu lesen.

Konnte ich mich am Anfang freuen, mit dem Kauf von American Apparel Kleidern eine gute Idee zu unterstützen, so reibe ich nun verwirrt und etwas enttäuscht meine Augen. Denn die T-Shirts sind tatsächlich gut: sie sitzen perfekt und sind von guter Qualität. Aber ist Charneys "sozialistischer Kapitalismus" wirklich nur simples Marketing? Denn soziale Ader hin oder her, spätestens beim Wort "Gewerkschaft" sieht auch Charney rot. Also was nun? Alle meine AA-Kleider verbrennen oder akzeptieren, sozialisitschen Sexismus zu unterstützen? Ein Vorteil bleibt den Kleider aus L.A. so oder so: Sie kommen ohne Markenzeichen aus, was unerkanntes Tragen ermöglicht.


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Bild: americanapparel.net

Quellen:
- brandchannel.com - American Apparel, all sweaty
- styleforum.net - American Apparel Sued
- SonntagsBlick - Der Wilde und die Hemdchen
- blacktable.com - Is Dov-Y too lovey? A look at American Apparel's CEO.
- nyunews.com - American Apparel not progressive, just perverse
- gothamist.com - American Apparel NYC (Kommentare unten beachten)
- blogrunner.com - His Way Meets a Highway Called Court


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Kommentare
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auch wenn solche klagen wegen sexueller belaestigung unschoen und in diesem fall wohl leider auch berechtigt sind, sind mir ceos, die gelegentlich zu unpassenden gelegenheiten ihre hosen runter lassen lieber als solche, die nur ihrer geld- und machtgier folgen... das gilt uebrigens auch fuer us-praesidenten.

Kommentar von: hg at 29.07.05 17:08

Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen das AA auch als Firma Betrüger sind, glaubt mir.

Kommentar von: anonym at 16.08.05 13:44

AA ist ein riesen Betrugsunternehmen!

Kommentar von: Geschädigter at 4.11.07 20:15
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