Gut schlecht, Genner gut | 3.07.06

Am kommenden Sonntag steht nicht nur der WM-Final EM-Final auf dem Programm, sondern auch die Regierungsratswahl im Kanton Zürich. Und man hat es sicher schon ein paar Mal gehört: Es ist eine Richtungswahl. Das heisst: Der Kanton Zürich hat die Chance, sich eine rot-grüne Mehrheit zu verpassen.

Die Vorzeichen stehen nicht schlecht. Als FDP-Kandidatin steigt Ursula Gut ins Rennen um die bürgerliche Vormachtsstellung. Unterstützt von Klaus J. Stöhlkers Senioren-Beschäftigungsagentur und eifrigen SVP-Wahlhelfern. Ursula Gut ist amtierende Gemeindepräsidentin von Küsnacht und überzeugte im Wahlkampf vor allem damit, allen konkreten Fragen auszuweichen. Eine richtige bürgerliche Platzhalterin also. Interessant ist auch Guts Vergangenheit als langjähriges Direktionsmitglied der Credit Suisse, die sich aktiv an der Finanzierung von stark umweltschädigenden und menschenrechtsverletzenden Rohstofffirmen rund um den ganzen Globus beteiligt. Um die wichtigen umwelt- und sozialpolitischen Probleme des Kantons Zürich anzupacken, ist das ein denkbar schlechter Background.

Ruth Genner dagegen ist politisch erfahren und engagiert sich seit 1987 für eine grüne Politik, seit 1998 als Nationalrätin. Im Gegensatz zu Ursula Gut hat sie eine eigene Meinung und kann diese auch kommunizieren: Umweltfragen, soziale Gerechtigkeit, das Gesundheitswesen und eine vernünftige Steuerpolitik (statt Sparwut) sind ihre Schwerpunkte.

Am Sonntagmorgen also unbedingt auf dem Weg zum Beck beim Wahlbüro vorbeischauen - oder am besten noch heute brieflich abstimmen.


Mehr:
- Ruth-Genner.ch
- Grüne Kanton Zürich
- tagesanzeiger.ch: Genner gegen Gut
- ignoranz.ch: «Mit Ursula Gut geht die Umwelt den Bach runter»
- glaettli.ch: «Ursula Gut scheut öffentliche Podien»
- Ursula Gut: Ein Herz für SUVs


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Kommentare
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Also je länger je mehr weiss ich nich wer meine stimme bekommt, dachte erst seis gut mit Genner aber inzwischen passt mir keine der beiden. spätester Wahltag ist für mich der Freitag, ich geh sicher nicht Sonntag nachts um 9:30 oder so an die urne, welche ich erst mal suchen müsste. wofür haben wir Internet?

Kommentar von: A at 3.07.06 17:18

A, es ist sehr einfach: Du musst weder mit Gut noch mit Genner auf einer Linie sein. Genner ist keine Heilige und Gut ist nicht der Teufel, aber wenn du tendenziell eher mit linken Positionen sympathisierst, wählst du Genner. Stehst du lieber rechts von der Mitte, wählst du Gut - oder füllst die Abstimmungsunterlagen nicht aus... :-)

Kommentar von: T at 3.07.06 17:33

Ich könnte aber auch Ruth Gut oder Ursula Genner wählen ;-) http://www.nzz.ch/2006/07/04/zh/articleE9OL7.html

Muss den Zettel noch finden um der SVP eins auszuwischen.

Kommentar von: A at 4.07.06 12:29

Eigentlich möchte ich, dass der Regierungsrat parteipolitisch weiterhin so zusammen gesetzt ist wie bisher, also mit knapper bürgerlicher Mehrheit.

Aber dieses Mal werde ich mich entweder der Stimme enthalten oder Micky Maus auf den Wahlzettel schreiben, denn zwischen Pest und Cholera mag ich mich nicht entscheiden.

Ruth Genner ist zwar politisch versiert, aber hoffungslos links verbrämt und Ursula Gut hat bei ihrem Auftritt bei TeleZüri ausser auswendig gelernten Sätzchen nichts bieten können.

Warum lässt sich nicht eine fähige FDP-Frau wie Kathrin martelli aufstellen?

Kommentar von: Gion at 6.07.06 14:42

Eine vernichtende Niederlage für Genner.

Gut ist in jeder Hinsicht besser als Genner !

Kommentar von: Viva la mujer! at 9.07.06 13:38

Zum allerersten Mal in meiner Karriere als mündiger Eidgenoss habe ich gestern an einer Wahl nicht teilgenommen.

Schade, dass der Kanton Zürich weiterhin rechts regiert wird; aber die extremistischen Positionen und den faschistoiden Stil einer Ruth Genner brauchen wir wirklich nicht.

Kommentar von: JJ at 10.07.06 8:53
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